Was das Gestrandetsein in unserem Inneren berührt
                                                     Meditation: Der Raum der Tiefe
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Heute Morgen, bevor ich überhaupt an die Welt gedacht habe, zeigte sich ganz leise ein Gefühl, das schon lange tief verborgen war – und heute gesehen werden wollte. Es gibt diese Momente, in denen etwas in uns auftaucht, ohne dass wir es gesucht oder gerufen haben. Oft schwer, oft tief, oft neu, ein Gefühl, das sich nicht einfach erklären lässt und doch alles beinhaltet.
Nicht laut aber präsent.
Vielleicht kennst du solche Gefühle – Momente, in denen sich etwas zeigt, das sich verloren fühlt oder nicht mehr weiter weiss.
Und gleichzeitig geschieht im Aussen etwas, das uns unerwartet und tief berührt. Ein Wesen der Tiefe liegt sichtbar vor den Augen der Welt. Gross und still. Unfassbar kraftvoll – und doch kaum beweglich.
Ein Buckelwal ist gestrandet. Der Wal, als der Hüter tiefster Gefühle hat gewählt! 
Dass er sichtbar ist - leidet und strandet, bringt etwas an die Oberfläche, was sonst verborgen ist. Dieser Wal macht es plötzlich sichtbar und fühlbar, das was viele Menschen in sich tragen. Tiefe Gefühle von Traurigkeit, Ohnmacht oder alte Wunden, die noch nach Fühlen rufen.
Der Wal bewegt sich in der Weite des Ozeans. In den dunklen, tragenden Tiefen. Und nun liegt er hier.
Zwischen Atem und Stille.
Zwischen Leben und Gehen.
Zwischen den Welten.
Vielleicht berührt uns genau das so sehr, weil wir diesen Ort irgendwie kennen. Nicht äusserlich, aber innerlich. Diesen Raum, in dem etwas in uns nicht mehr zurück kann – und doch noch nicht losgelassen hat.
Er trägt eine stille Würde. Eine Kraft, die nicht kämpft. Eine Präsenz, die nichts beweisen muss. Seine Sichtbarkeit erinnert uns daran, dass wahre Stärke nicht nur darin liegt, weiterzugehen. Sondern auch darin, den Raum für unsere tiefste Tiefe zu halten.
Den Raum dazwischen - im Übergang - im Gestrandetsein
Einen Raum, in dem Schmerz da sein darf, ohne dass wir ihn sofort verändern. Ein Raum, indem der Schmerz zu fühlen das einzig Richtige ist - ohne ihn lösen zu müssen.
Vielleicht ist genau das die leise Einladung: Nicht immer sofort zu handeln, nicht immer zu retten, sondern präsent zu bleiben mit dem was gerade sich zeigt.
Ich habe eine geführte Meditation aufgenommen, die dich in diese Tiefe begleitet. Eine Begegnung mit dem Wal – als Symbol für genau diesen tiefen Raum. Und vielleicht auch als Begegnung mit etwas in dir, das gesehen werden möchte.
Link zur Meditation: Der Raum der Tiefe (mp3)
Es darf uns bewusst werden, dass manches nicht überwunden werden will sondern gehalten werden will, ganz ruhig, in Würde, in einer stillen Form von Kraft. 
Vielleicht ist es genau das, was uns gerade verbindet: dass nichts gelöst werden muss, um gehalten zu werden. Gerne bin ich für dich da.
🌸 In tiefer Verbundenheit aus dem Raum indem das Neue entsteht. 
Dora Sicher
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